Veröffentlichte Statements und Erfahrungsberichte

Diese Statements bzw. Erfahrungsberichte wurden bisher auf stol.it veröffentlicht:

Erfahrungsbericht vom 26.05.2020

Michael Plank, 15 Jahre, Gemeinde Sterzing

Ich habe mir das Zuhause bleiben während der Krise so vorgestellt, dass ich mache, was ich schon immer zuhause machen wollte, indem ich koche, lese und meinen Körper trainiere. Aber es kam komplett anders: Die vielen Hausaufgaben, Tests und Prüfungen machen es mir schwer, Zeit zu haben. Der Fernunterricht hat Vor- und Nachteile, natürlich. Ich finde sogar, dass man diesen auch im „normalen“ Leben, in Notfällen, anwenden könnte. Jedoch sollte er zuerst perfektioniert und vieles sollte verändert werden. Für mich ist es oft schwer neuen Stoff alleine zu erlernen. Ich muss mir Infos aus dem Internet holen. Trotzdem finde ich gut, dass alles so schnell organisiert werden konnte. Woanders würde das viel mehr Zeit brauchen.

Viel Geld geht derzeit verloren. Doch die Gesundheit ist wichtiger. Es sterben viele. Es leiden viele. Ich persönlich finde es sehr riskant, Betriebe jetzt schon wieder zu öffnen. Denn ich denke, dass wir alle, falls das Virus nochmal intensiv zurückkehrt, noch mehr Geld verlieren würden.


Erfahrungsbericht vom 19.05.2020

Franziska Kröss, 17 Jahre, Gemeinde Ritten

“Stay home. Stay safe”, das ist für manche von uns leichter gesagt, als getan. Vor allem dann, wenn Zuhause hunderte von Kilometern entfernt ist, rund 2.000 km um genau zu sein. In meinem Auslandsjahr in Irland wurde ich schon vor die eine oder andere Herausforderung gestellt, doch mit einem Virus, der für eine weltweite Pandemie sorgt, habe ich eindeutig nicht gerechnet.
Was wird jetzt passieren? Was soll ich tun?
Jeden Tag stelle ich mir diese Frage und jeden Tag komme ich zum selben Ergebnis: keine Ahnung.

Was die Zukunft bringt, weiß niemand so wirklich. Und so schlafe ich jeden Abend mit der Ungewissheit ein, wie lange ich noch hier in diesem Haus festsitze, und wache jeden Morgen mit der Angst auf, dass mein Flug Nachhause nun doch gestrichen wurde.
Doch „stay home“ erweist sich für manche, so wie mich, schwieriger als gedacht, wenn es seit Monaten am „get home“ scheitert.


Statement vom 12.05.2020

Philipp Tarfusser, 28 Jahre, Gemeinde Nals

 


Statement vom 05.05.2020

Max Herold, 20 Jahre, Gemeinde Bozen, Schüler

Von einem Tag auf den anderen verändert sich alles. Nicht nur für den arbeitenden Teil der Gesellschaft, auch für uns Schüler. Erschwerend ist zudem die, immer näher rückende, Matura Prüfung.

Mittlerweile akklimatisiert man sich im Schulalltag mit Fernunterricht und gewiss hat er auch seine Vorteile, aber er hat das Südtiroler Bildungssystem schonungslos überrumpelt. Nur langsam hat sich eine Routine im Unterricht eingependelt und heute noch, nach gut 60 Tagen, schaffen es nicht alle Lehrpersonen den Unterricht funktionierend zu gestalten. Allein der Stundenplan ist eine Hürde und natürlich auch die Verfügbarkeit an Computern in den einzelnen Haushalten. Es gibt keine einheitliche Plattform, jede Lehrperson kocht somit ihr ganz individuelles Süppchen und als Schüler steht man mittendrin, ohne wirklichem Handlungsraum.

Besonders als Maturant wären offizielle Informationen über den Hergang der Prüfung nützlich, aber stattdessen wird man mit Halbwahrheiten und Spekulationen abgespeist.

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